Geschichten

Vision einer neuen Welt

O.k.. Wir sind uns einig. Profitgier und Ausbeutung müssen ein Ende finden. Hierzu brauchen wir eine Weltregierung, die mit Verantwortung und Weisheit regiert. Vergessen wir, dass der Mensch machtbesessen ist und von je her der Korruption erlag. Geben wir dem Menschen eine Chance.

Ausgangspunkt ist ein Mensch, der eingesehen hat, dass der bisher eingeschlagene Weg in den Untergang führt. Ein Mensch, der bereit ist, auf Grund dieser Erkenntnis Verzicht zu üben und Kreativität zu entwickeln.

Wachstum als Ziel hat ausgedient. Ziel von Forschung und Produktion ist jetzt alleinig der Erhalt der Erde und das Streben nach Gerechtigkeit. Alle Waffen werden vernichtet.

Bewusstseinsänderung beginnt bei den ganz Kleinen. Nicht mehr das schönste Kleidchen zählt, sondern das Staunen über die Wunder der Natur. Jedes Kind kann begreifen, dass der Flügelschlag des Schmetterlings die Sterne berührt, weil alles mit allem in Verbindung steht.

Geld und Eigentum verschwinden. Menschen sind vorübergehende Gäste auf dem Planeten und leben in demokratisch organisierten Gemeinschaften, deren Ziel es ist, für das Wohlergehen aller zu sorgen ohne Lebensgrundlagen zu vernichten. Untereinander stehen diese Gemeinschaften in Verbindung und tauschen Erfahrungen und Erkenntnisse aus. Sie lernen voneinander und strukturieren, ebenfalls demokratisch, das Verhältnis der Gemeinschaften zueinander. Jede Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied. Die Gemeinschaften sorgen dafür, dass alle Glieder ihre Stärke bewahren.

Diese Struktur setzt sich über alle Ebenen hin bis zur Weltregierung fort. Aufgabe der Weltregierung ist es, die Weichen zu stellen. Forschungsprojekte an den Universitäten dienen ausschließlich dem Erhalt des Gleichgewichts in der Natur und dem Wohlergehen von Mensch und Tier. Die einzelnen Disziplinen sind miteinander vernetzt und ergänzen sich gegenseitig. Teamgeist und die gemeinsame Sorge um das große Ganze löst Konkurrenzdenken ab.

Es wird keine Reichen mehr geben und keine Armen. Menschen werden in ihrem Nächsten den Bruder erkennen und Tiere, Pflanzen und Gestirne als Geschwister begrüßen. Achtsam werden ihre Füße die Erde berühren und ganz allmählich wird sich die Erde wieder in ein Paradies verwandeln…

***

Das Letzte Gericht

Das Wort sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht.

In sechs Tagen hatte Gott die Welt erschaffen. Er betrachtete sein Werk und sah, es war gut. Nun wollte er sich zur Ruhe setzen, doch er hatte seine Rechnung ohne den Menschen gemacht.

Mit nichts war der Mensch zufrieden. Tausende von Wünschen flatterten täglich bei Gott ein, und so kam er selbst bei Nacht nicht zum Schlafen. Müde war er geworden. Unendlich müde.

Dann aber wurde es stiller um Gott. Nur noch selten erreichten Bitten sein Ohr. Die Menschen hatten wohl endlich begriffen, wozu er sie mit einem Verstand ausgestattet hatte. Es schien, als hätten sie angefangen, ihre Probleme selbst zu lösen. Gott lehnte sich zurück und schlief ein.

Als er nach langer Zeit wieder erwachte, erschrak er sehr. Wo waren seine riesigen Wälder geblieben? Wo die vielen verschiedenen Tiere? Die Flüsse schlängelten sich nicht mehr in großen Schleifen durch das Land. Ihr Bett führte sie jetzt auf geradem Weg zum Meer und überall breitete sich Wüste aus. Riesige Gebäude ragten wie Drohungen zu ihm empor und dazwischen wimmelten, Ameisen gleich, die Menschen. Donnervögel bevölkerten den Himmel und auf breiten, schwarzen Wegen krochen neuartige Schlangen.

Was war geschehen?

Gott schlug dreimal kräftig auf den großen Himmelsgong, um seine Engel zusammenzutrommeln. Doch kein einziger Engel kam. Da wusste Gott es:

Alles war aus den Fugen geraten. Alle seine Engel waren abtrünnig geworden. Gott Mammon hatte die Macht ergriffen. Während er schlief.

Gott sank auf seinen schweren, goldenen Thron. Nicht einmal seine Trompeter waren ihm geblieben, um zum Letzten Gericht zu blasen. Er war so alleine, wie zu Beginn.

Aber Zeit hatte Gott jetzt. Viel Zeit, um alles genau zu betrachten. Mit seinem riesigen Fernrohr durchforstete er jeden Winkel der Erde, und plötzlich fing er an zu lachen:

Er brauchte seine Trompeter nicht mehr.

Der Mensch war dabei, sich selbst zu richten.

Und die Kakerlake sprach: Überleben werden wir!

***

Was ist wichtig?

  • frei von Gift
  • Wasser, Nahrung und Luft
  • zweitrangig alles andere
  • wir kümmern uns um letzteres
  • weil ersteres selbstverständlich erscheint

***

Für einen Sommer

„Jessie, wie siehst denn du schon wieder aus? Deine Hose hat ja Löcher!“

„Danke für die freundliche Begrüßung, Tante! Solche Jeans sind jetzt in. Ein bisschen hab ich nachgeholfen und jetzt sieht sie richtig punkig aus.“

„Keinen Sinn für Werte habt ihr mehr!“ Tante Britta runzelt unzufrieden ihre Stirn. „Nächstes Jahr sind Fransen oder Stachelnieten dran und schon wirfst du diese in den Müll.“

„Nein, das mach ich nicht. Ich gebe sie zur Kleidersammlung. Ein armer Afrikaner kann sich dann darüber freuen.“

„Und beim Transport dorthin wird gleich noch mal CO² verpustet. Weißt du überhaupt, wie viele Kilometer deine Jeans jetzt schon auf dem Buckel hat?“

Jessie triumphiert: „Made in Germany, schau hier das Label. Viel ist die noch nicht gereist!“

„Keine Ahnung hast du, sag ich doch!“ Britta schüttelt ihren Kopf. „50.000 km hat die bestimmt schon hinter sich. Aber viel schlimmer noch ist das fast unvorstellbare Elend, das an ihr klebt. Und alles nur für einen Sommer!“

„Und wie das?“

„Es fängt schon mit dem Anbau der Baumwolle an. Um den schier unstillbaren Durst dieses weißen Goldes zu löschen, wurde zum Beispiel in Kasachstan den beiden wichtigsten Zuflüssen des Aralsees das Wasser entnommen. Der Aralsee ist der viertgrößte See der Welt. Vor 40 Jahren strotzte er noch vor Artenvielfalt und ernährte die Anwohner mit seinem Reichtum an Fischen. Jetzt hat er sich zu zwei Dritteln in eine Salzwüste verwandelt und kein Fisch schwimmt mehr in ihm. Dazu erfordert der Anbau von Baumwolle in Monokulturen eine Unmenge an Chemie. Kaum eine andere Pflanze wird so mit Giften überschüttet. Und die Menschen im Umfeld leiden an Krebs, Anämie und Missgeburten.“

„Das hört sich ja schrecklich an. Ist das Gift etwa immer noch in meiner Jeans?“

„Viele Baumwollkleidungstücke sind stark belastet, vor allem wenn sie neu sind. Du solltest sie auf jeden Fall vor dem Tragen waschen. Aber zurück zu der Reise deiner Jeans: Nachdem die Baumwolle geerntet ist, wird sie in die Türkei transportiert und hier zu Garn versponnen. Der Stoff aus diesem Garn wird in Taiwan gewebt. Dort sind die Arbeitskräfte billiger. Stell dir das mal vor: Nur 1% von dem was deine Jeans hier kostet, wird in Arbeitslohn investiert. Die Menschen arbeiten und arbeiten und haben nicht einmal genug zu essen. In vielen dieser Billiglohnländer machen sie ihre Profite sogar mit Kindern.“

„Gut, dass ich dort nicht geboren bin. Tante, gib zu, du willst mir nur den Spaß an meiner Jeans vermiesen! Aber das kannst du nicht. Alle tragen solche Jeans. Soll ich als einzige in der Schule mit deinen Ökoklamotten auftauchen? Meine Freunde hätte ich da schnell verloren.“

„Schöne Freunde sind mir das! Doch ich verstehe dich schon“, lenkt Britta ein. „Es kann aber nichts schaden, wenn du weißt, was du da trägst. Vielleicht gehst du dann in Zukunft etwas achtsamer mit deiner Kleidung um. Die Jeans jedenfalls ist noch lange nicht im Regal. Farbe braucht sie jetzt. Das chemische Indigoblau wird in Polen hergestellt. Eingefärbt wird der Stoff dann in Tunesien. Um weich und knitterarm zu werden, wandert er anschließend nach Bulgarien. Und schon geht es weiter nach China. Sehr billig sind die Arbeitskräfte dort. Mit Knöpfen und Nieten aus Italien und Futterstoff aus der Schweiz, wird hier aus dem Stoff die Jeans genäht. Dann braucht sie noch den letzten Schliff. Mit Bimsstein, der aus Griechenland stammt, wird sie in Frankreich gewaschen, um Stone-washed-Effekte zu erzielen.“

„Tante, jetzt reicht es mir aber. Ich will das alles gar nicht wissen. Mama hat mich geschickt, um ein paar Eier zu holen. Sie möchte einen Kuchen backen und hat vergessen, Eier zu kaufen.“

„Ich sehe gleich nach, ob die Hühner schon welche gelegt haben. Ein paar auf Vorrat habe ich auch noch im Keller. Die Jeans ist jetzt ohnehin am Ziel: In Deutschland wird ihr nur noch das Label verpasst: Made in Germany!”

***

Rest in Bearbeitung…

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